Ein be­wuss­ter Schritt vom Spi­ta­lall­tag in die Grund­ver­sor­gung

Sieben Jahre Assistenzarztzeit im Spital mit unzähligen Diensten und einer hohen Taktung. Und dann die Entscheidung für einen Neuanfang. Was bewegt einen Arzt dazu, den klassischen Spitalweg zu verlassen? Die Geschichte von Dominik, heute Facharzt in der Sanacare Gruppenpraxis Basel Hirzbrunnen, gibt eine Antwort.

Schon früh interessierte sich Dominik für Naturwissenschaften. Ursprünglich wollte er Nahrungsmitteltechnologie an der ETH studieren. Doch die Medizin rückte immer stärker in seinen Fokus. «Meine Mutter ist Hausärztin und war ein wichtiges Vorbild für mich», erzählt er.

Seine gesamte Assistenzarztzeit verbrachte er im Spital. Dort baute er sein medizinisches Fundament auf und betreute auch komplexe Fälle. Mit der Zeit wuchs jedoch der Wunsch nach Veränderung.

Ende des rauen Spi­ta­lall­tags

Schichtarbeit, viele Überstunden und wenig Planbarkeit passten für Dominik irgendwann nicht mehr. «Ich mochte die Fremdbestimmung nicht mehr», sagt er offen. Anfang 2025 wechselte er deshalb bewusst in die ambulante Medizin nach Basel Hirzbrunnen.

Was er aus dem Spital vermisst, sind anspruchsvolle, interdisziplinäre Fälle. In der Grundversorgung fand er jedoch etwas, das für ihn wichtiger ist: langfristige Beziehungen zu Patientinnen und Patienten, Kontinuität und die Möglichkeit, individuell zu begleiten.

An­kom­men im Team – auch ohne Fach­a­rzt­ti­tel

Bei seinem Start musste Dominik aufgrund von längeren Bearbeitungszeiten des zuständigen Amtes noch 13 Monate auf die Ausstellung seines Facharzttitels warten. Dennoch arbeitete er von Beginn an selbstständig. «Ich konnte mich sehr gut im Team eingliedern», sagt er.

Seit der offiziellen Ausstellung seines Facharzttitels ist die Freude gross: «Ich bin sehr glücklich darüber!» Organisatorisch habe sich wenig verändert, persönlich hingegen vieles: Die Wahrnehmung durch Patientinnen und Patienten sei eine andere, seit auf dem Namensschild «Facharzt» statt «Assistenzarzt» steht. Zudem kann er nun Betäubungsmittel-Rezepte und Anordnungen zur Psychotherapie eigenständig unterschreiben.

Me­di­zin mit Nähe und Viel­falt

An seiner heutigen Tätigkeit schätzt Dominik besonders die persönliche Beziehung zu seinen Patientinnen und Patienten. «Ich mag es, auf das Individuum eingehen und Beziehungen aufbauen zu können», erklärt er. Gleichzeitig bleibt die Arbeit vielseitig. Die Bandbreite an medizinischen Anliegen ist gross und fordert ihn täglich neu heraus. Genau diese Kombination erfüllt ihn. Auch das koordinierte Weitervermitteln, etwa an die Spitex, entspricht seinen Werten.

Ein sta­bi­les Team und Un­ter­stüt­zung durch die Zen­tra­len Ser­vices

Den Arbeitsalltag beschreibt Dominik als sehr angenehm. Das Team ist klein, eingespielt und unterstützt sich. Gemeinsame Mittagessen stärken zusätzlich den Zusammenhalt. Im Spital erlebte er durch wechselnde Schichten und Rotationen zwischen den Abteilungen selten ein so stabiles Team.

Besonders schätzt er auch die Unterstützung durch die Zentralen Services. Administrative Themen wie IT oder HR werden zentral betreut. «So bleibt mir mehr Zeit für die Arbeit mit meinen Patientinnen und Patienten», freut sich Dominik.

Ein Rat an die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on

Angehenden Assistenzärztinnen und Assistenzärzten rät er, sich im Spital nicht zu grossen Druck zu machen. Es werde oft überschätzt, dass man zwingend zuerst eine Oberarztfunktion übernehmen müsse. Die ambulante Medizin funktioniere anders und erfordere ohnehin ein neues Einarbeiten. Ein früher Wechsel könne deshalb durchaus sinnvoll sein.