Vom Praxisalltag zum medizinischen Gutachten
Medizinische Gutachten beeinflussen wichtige Entscheidungen – etwa darüber, ob ein Taggeld weiterbezahlt wird oder wie es beruflich für eine versicherte Person weitergeht. Hinter diesen Entscheidungen stehen Menschen, die medizinisches Fachwissen, analytisches Denken und ein hohes Verantwortungsbewusstsein vereinen. Eine davon ist Suzane. In diesem Beitrag erzählt sie von ihrem Weg in den medizinischen Gutachtenbereich und zeigt, warum diese Arbeit nicht nur anspruchsvoll, sondern auch sinnstiftend und vielseitig ist.
Vom Gastgewerbe in die Medizin
Suzane startete ihre berufliche Laufbahn im Gastgewerbe und arbeitete mehrere Jahre als Restaurationsfachfrau in Hotels und Restaurants. Aus gesundheitlichen Gründen wurde jedoch klar, dass die körperlichen Anforderungen der Branche langfristig nicht mehr tragbar waren.
Obwohl sie keinen konkreten Traumjob vor Augen hatte, war für Suzane schnell klar, dass sie im medizinischen Bereich arbeiten möchte. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen als Patientin mit einer chronischen Erkrankung entschied sie sich für eine Zweitausbildung zur Medizinischen Praxisassistentin. «Die Kombination aus medizinischen Aufgaben, Organisation und direktem Kontakt mit Patientinnen und Patienten überzeugte mich», gibt Suzan Einblick. Fünf Jahre lang arbeitete sie als MPA, zuletzt in der Sanacare Gruppenpraxis Zürich Enge.
Vom Praxisbetrieb ins Büro
In der Gruppenpraxis kam Suzane erstmals mit medizinischen Gutachten in Kontakt, da dort entsprechende Untersuchungen durchgeführt wurden. Als ihre Kollegin Flavia am Sanacare Standort in Basel dringend Unterstützung benötigte und sie anfragte, war Suzanes Interesse sofort geweckt. «Meine ausgeprägte Hilfsbereitschaft und der Wunsch, mein medizinisches Wissen stärker analytisch und strukturiert einzusetzen, führten schliesslich zu einer klaren Entscheidung», erinnert sie sich. Im September 2024 wechselte Suzane in den Gutachtenbereich.
Ankommen in einer komplexen Rolle
Der Einstieg in den Gutachtenbereich war anspruchsvoll. Ihr eigener Anspruch an Perfektion führte anfangs zu Unsicherheiten im Umgang mit komplexen Fallstrukturen. «Dank klarer Prozesse, dem engen Austausch mit den Gutachterinnen und Gutachtern sowie meiner medizinischen Vorbildung konnte ich diese Hürden jedoch rasch überwinden», freut sich Suzane. Heute gehört die Sichtung und Aufbereitung medizinischer Akten, die Vorbereitung von Untersuchungen sowie die administrative Koordination zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie Versicherten zu ihrem Arbeitsalltag.
Sinnstiftende Zusammenarbeit mit Versicherungen
Besonders inspirierend empfindet Suzane die Zusammenarbeit mit Krankentaggeldversicherungen. Ihr ist bewusst, welche grosse Bedeutung ein medizinisches Gutachten für Versicherte und Arbeitgeber hat. Umso mehr schätzt sie es, wie gut strukturierte und nachvollziehbare Gutachten zu fairen und transparenten Entscheidungen beitragen. «Besonders erfüllend empfinde ich die Möglichkeit, mein medizinisches Wissen bei komplexen Fragestellungen analytisch einzubringen», erklärt Suzane.
Digitalisierung und Weiterentwicklung
Suzane beobachtet, dass der Gutachtenbereich zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Fälle werden komplexer – unter anderem durch Mehrfacherkrankungen, psychische Belastungen und steigende Anforderungen im Arbeitsumfeld. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung auch in diesem Bereich stark voran: Digitale Aktenführung sowie moderne Dokumentations- und Auswertungssysteme erhöhen Effizienz und Qualität. «Langfristig möchte ich aktiv an dieser Entwicklung teilhaben» sagt Suzane. Durch fachliche Weiterbildungen, Offenheit für neue Anforderungen und ihr Engagement will sie dazu beitragen, Prozesse effizient und qualitativ hochwertig mitzugestalten.