Was bewegt Hausärztinnen und -ärzte im Praxisalltag? Was motiviert – und was kann auch einmal frustrieren? Vom 26. – 28. März 2026 möchten wir am Ärztekongress in Arosa genau darüber ins Gespräch kommen. An unserem Stand laden wir Besucherinnen und Besucher ein, sich mit ein paar einfachen Fragen einen Moment Zeit für Reflexion zu nehmen. Zur Einstimmung haben wir diese Fragen bereits im Vorfeld gestellt: an Hanna, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin in der Sanacare Gruppenpraxis Oerlikon.
Hanna erwürfelt sich ihre erste Frage: «Welche Möglichkeiten bietet die Hausarztmedizin deiner Meinung nach, die andere medizinische Fachrichtungen nicht bieten?»
Ihre Antwort kommt sofort – und besteht aus nur einem Wort: «Stabilität». Hanna schätzt die geregelten Arbeitszeiten und die langfristigen Beziehungen, die sie zu ihren Patientinnen und Patienten aufbauen kann. Zudem biete auch die Hausarztmedizin Raum für Spezialisierungen: Man könne sich auf bestimmte Themen vertiefen, sich entsprechend weiterbilden und die eigene Sprechstunde danach ausrichten.
Direkt nach Abschluss ihres Facharzttitels entschied sich Hanna, ihren Weg in der Hausarztmedizin zu gehen – obwohl sie sich ursprünglich als Oberärztin in einem Spital gesehen hatte. «Die Hausarztmedizin ist ein sehr vielseitiges Gebiet, und die Beziehung zu den Patientinnen und Patienten war mir immer wichtig», erzählt sie. Auch andere Fachpersonen und Mentorinnen sahen ihre Stärken in diesem Bereich.
Zwischen KI-Diagnosen und Krankenkassenformularen
Das Gespräch mit Hanna ist sehr interessant und führt uns direkt zur nächsten Frage: «Welche Herausforderungen siehst du für Ärztinnen und Ärzte in den nächsten zehn Jahren?»
Auch hier kommt die Antwort prompt. Die Erwartungen der Patientinnen und Patienten seien in den letzten sechs Jahren – seit sie bei Sanacare arbeitet – deutlich gestiegen. Viele hätten sich bereits von einer KI eine mögliche Diagnose geben lassen und kämen vor allem, um ein Rezept oder eine Überweisung zu erhalten.
Gleichzeitig sieht sich Hanna zunehmend zwischen den Fronten von Gesellschaft und Krankenkassen. Einerseits müsse sie den Frust von Patientinnen und Patienten auffangen, wenn ein bestimmtes Medikament nicht von der Kasse bezahlt wird. Andererseits stellen die Krankenkassen immer häufiger Rückfragen zu Entscheiden oder Behandlungen, was einen hohen administrativen Aufwand mit sich bringt.
Momente, die motivieren
Hanna erzählt auch von den schönen Seiten ihres Berufs. Während sie davon berichtet, lächelt sie und ihre Freude ist deutlich spürbar: «Heute hat mir eine Patientin gesagt, dass sie sich ernst genommen und wahrgenommen fühlte. Das hat mich sehr gefreut.» Auch wenn sie gemeinsam mit Patientinnen und Patienten auf ein Ziel hinarbeite und dieses schliesslich erreiche, sei das für sie besonders erfüllend.
Solche Rückmeldungen seien für sie eine grosse Wertschätzung. Sie zeigten, dass der Einsatz und die Energie, die man in die Betreuung investiert, gesehen werden.
Das Gespräch mit Hanna war sehr inspirierend. Es zeigt, wie wertvoll solche offenen Gespräche auf Augenhöhe sind – denn nur so entsteht Vertrauen und ein besseres Verständnis für die Herausforderungen und Chancen im Praxisalltag. Genau solche Begegnungen möchten wir auch am Ärztekongress in Arosa ermöglichen. Wir freuen uns darauf, mit weiteren Ärztinnen und Ärzten ins Gespräch zu kommen und zu hören, was sie bewegt, motiviert – und vielleicht auch beschäftigt.